Position zum Antisemitismus

 

Wir begrüßen die Resolution des Freien Zusammenschluss der Studierendenschaften (fzs) – gegen BDS und jeden Antisemitismus und möchten diese unterstützen.

In Zeiten eines immer offenen zutage tretenden Antisemitismus in den sozialen Netzwerken wie auf der Straße gilt es umso mehr, dagegen gemeinschaftlich Position für Veränderung insbesondere in der deutschen Gesellschaft zu beziehen.

Die Mitte-Studien der Friedrich-Ebert-Stiftung zeigen, dass der Antisemitismus nie aus der deutschen Gesellschaft verschwunden ist. Auch zeigt sie so auf, dass der Holocaust und die Schoah nicht als Punktsingularität in der Geschichte abzuhaken sind.

Mit dem Sieg über NS-Deutschland und den Faschismus in der Welt konnte keine jahrhundertealte Stigmatisierung von Jüd*innen, jüdischer Kultur und Religion einfach verschwinden.

Politische Ideologie und religiöser Fundamentalismus, vor allem in Europa und dem Nahen Osten, waren und sind der Wegbereiter für verschiedenste Formen des historischen sowie modernen Antisemitismus. So verwundert es nicht, dass sich dieser in beinahe allen gesellschaftlichen Milieus wiederfindet.

Gerade in Krisenzeiten sind es kleinere Milieus, die als Schuldige an den Pranger gestellt werden und so Hetze wie Gewalt gegen diese Tür und Tor öffnen. Verkürzte Kapitalismuskritik von rechten und linken Gruppen, der Wunsch nach starken nationalen Kollektiven gegenüber ökonomischen Krisen und die Suche nach spiritueller Führung münden dabei immer wieder in Antisemitismus.

Israel als liberale Demokratie im Nahen Osten und als Rückzugsort für Jüd*innen während und nach der Schoah ist Projektionsfläche eines modernen Antisemitismus.
Die Kampagne „Boycott, Divestment and Sanctions“ reproduziert antisemitische Stereotype und tarnt sie als Israelkritik. Die BDS-Kampagne trägt somit unmittelbar zur Verschärfung des bereits bestehenden Antisemitismus bei, die unter anderem auch in tätlichen Übergriffen derzeit wieder ihr Extrem finden.

Wir sprechen uns resolut gegen jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aus.

Seit dem Ende des 2. Weltkrieges engagieren sich Naturfreund*innen für eine kritische Auseinandersetzung mit Antisemitismus, organisieren Gedenkstättenfahrten, Lesungen und Protestveranstaltungen. Wir wollen unseren Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte und dem Abbau von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit beitragen.

Als Studierende der Naturfreundejugend möchten wir diese Thematik mit an die Hochschulen und weiter in die Gesellschaft tragen. Wir laden andere Gruppen ein, es uns gleichzutun.

No pasarán! HSG IYNF

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